Vom Himmel durch die Welt zur Hölle?

Der Faust: Es gibt wohl kaum ein Theaterstück, das so tiefe Spuren in den vergangenen
zweihundert Jahren hinterlassen hat. Die Figur galt uns als Vorbild, sich seines eigenen
Verstandes zu bedienen. Ganz im Sinne der Aufklärung. Was aber, wenn das Streben nach
Erkenntnis nie zufrieden macht, wenn der Verstand an Grenzen stößt? Was, wenn der Verstand
diese Grenzen überschreiten will und dafür den Pakt mit dem Teufel eingeht? „Drum
hab ich mich der Magie ergeben / ob mir durch Geistes Kraft und Mund / Nicht manch
Geheimnis würde kund.“ Was kommt, wenn man die Vernunft aufgibt? Diese Frage hat
Goethe umgetrieben und auch wir stehen heute an derselben Wegegabelung…
Faust, das ist ein Mythos, ein Steinbruch, ein Volksbuch, eine Herausforderung. Dr. Faustus,
Urfaust, Faust I, Faust II, ein ganzes Leben lang hat Goethe dieser Faust beschäftigt.
Der Faustkosmos ist ein Gedankenstrom, eine Zeitreise. Er überlässt es der Nachwelt,
diese Geschichte zu entschlüsseln. Die Nachwelt, das sind wir. Denken, reden, spielen.
Ausgehend von Faust I setzten wir uns spielend mit dem Werk auseinander und nähern
uns dem historischen Stoff sowie Goethes Werk an.

Es spielen: Stefan Hallmayer, Gerd Plankenhorn, Linda Schlepps
Regie: Christoph Biermeier
Bühne & Kostüme: Claudia Rüll Calame-Rosset
Musikalische Leitung: Thomas Unruh
Dramaturgie: Georg Kistner
Premiere: 1. März 2019, Scheune Theater Lindenhof