Nur wer seine Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft.  (Wilhelm von Humboldt)

Erinnerung ist zu kostbar, um sie zu vergessen. Also werden wir sie sammeln und sortieren (mit unserem Abfall machen wir das auch). Das ist der Ausgangspunkt für ein neues Projekt, das das Theater Lindenhof mit den Bewohnern aus Melchingen starten möchte.

Die Wirklichkeit stellt uns vor neue Probleme, sie konfrontiert uns mit vielen Informationen. Wir sind es mittlerweile gewöhnt, Informationen über die Wirklichkeit über Medien zu beziehen, denen wir mehr oder weniger vertrauen.

Doch unsere zuverlässigsten Medien nehmen wir immer weniger in Anspruch: unsere eigenen Sinne: Was sehen wir beim Blick aus dem Fenster?  Wer wohnt eigentlich nebenan? Wann haben wir zuletzt mit ihr/ ihm gesprochen? Wissen wir was über ihn und – wenn ja – woher? Von Facebook, Snapchat oder vom Bäcker?

An was erinnern wir uns? Und warum? Wann wird etwas Vergangenheit, Geschichte, und wie wirkt sie sich auf Gegenwart aus? Wirkt sie sich überhaupt aus?  Wie lange reicht unsere Erinnerung zurück? Und was müssen wir dafür tun, damit wir uns erinnern?

Melchingen auf der schwäbischen Alb wird seine Geschichte erforschen. In unregelmäßigen Abständen treffen sich Menschen, um gemeinsam Geschichten zu sammeln und ihre Geschichte kennenzulernen.  Für die eigene Erinnerung gibt es keine Regeln, außer dass sie zu Vergangheit wird, sobald wir sie formulieren.

Ein Projekt gefördert von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung im Rahmen des Förderprogramms „LandKULTUR – Kultur und Teilhabe in ländlichen Räumen“.