nach dem Märchen von Wilhelm Hauff
Bühnenfassung von Edith Ehrhardt

Peter Munk, ein junger Köhler aus dem Schwarzwald, träumt vom Aufstieg. Er sehnt sich nach Reichtum, Anerkennung, einem besseren Leben. Als Sonntagskind darf er dem geheimnisvollen Glasmännlein drei Wünsche nennen – und wählt Geld, Erfolg und gesellschaftliches Ansehen.
Doch bald merkt er, dass er damit nicht zufrieden ist. In seiner Gier wendet er sich an den unheimlichen Holländer-Michel, der ihm unermesslichen Reichtum verspricht, wenn er ihm sein schlagendes Herz im Austausch gegen ein steinernes Herz überlässt. Der junge Köhler willigt ein, muss aber feststellen, dass ein Herz aus Stein zwar Wohlstand bringt, aber auch Kälte und Einsamkeit. Peter verliert nicht nur seine Menschlichkeit, sondern auch die Freude am Leben und am Miteinander. Erst als er wieder alles verspielt hat, erkennt er, worauf es wirklich ankommt.

Der Märchenklassiker „Das kalte Herz“ von Wilhelm Hauff ist eine treffende Parabel auch auf unsere heutige Lebenswelt und unser Art des Wirtschaftens. Am Theater Lindenhof wird der Märchenstoff für Erwachsene interpretiert. Mit Herz und Verstand, mit Lust und Liebe, mit viel Musik und starken Bildern wird diese Geschichte vom Wesen des Menschen neu erzählt. Sie entführt ins Märchen – und trifft mitten ins Leben, mitten ins Herz: ein leidenschaftlicher Appell für Mitmenschlichkeit, Wärme und das, was uns im Innersten verbindet.

Mit: Berthold Biesinger, Hannah Im Hof, Franz Xaver Ott, Linda Schlepps, Luca Zahn

Spielfassung & Regie: Edith Ehrhardt
Bühne & Kostüm: Barbara Fumian
Musik: Julia Klomfaß
Fotos: Richard Becker
Dauer: ca. 85 Minuten ohne Pause
Premiere: 27. März 2026

Podcast

Im Podcast LindenhofLive spricht die Regisseurin Edith Ehrhardt über das Heutige in ihrer Bühnenfassung und Inszenierung von Hauffs Kunstmärchen „Das kalte Herz“ am Theater Lindenhof.
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Pressestimmen

  • Wilhelm Hauffs Geschichte vom „Kalten Herz“ hat der Lindenhof wunderbar ausgestattet und inszeniert, in teils heiter, teils unheimlich-düsterer Stimmung spielt es im Wirtshaus und im mal lichtschillernden, mal vernebelten Schwarzwald. Glänzend sind die Auftritte von Berthold Biesinger in der Rolle des Holländer-Michels. Man spürt in jeder Szene: der satanische, hintertriebene, abgefeimte Kerl, will mit seinen Versprechungen in Wirklichkeit nichts Gutes von dem jungen Köhler. Ebenso glänzend Linda Schlepps, die den Waldgeist Glashauser verkörpert. Anders als im Märchen hat Regisseurin Edith Ehrhardt die Figur mit quirligen Zügen versehen; als eine wohlmeinende, etwas durchgeknallte Fee. Auch Gags sind eingestreut. In der Galerie der zuckenden Herzen, die der Holländer-Michel schon anderen abgefuchst hat, entdeckt Kohlenmunk-Peter auf den Behältern außer seinem eigenen Namen, die von Leuten, deren Erfolg er sich bisher nicht erklären konnte. Mehr Zeitbezüge sind nicht eingearbeitet. Das ist nicht nötig, das Stück hallt beim Verlassen der Lindenhof-Scheuer trotzdem lange nach. Die 1827 verfasste Geschichte bleibt in dieser Form eine treffende Parabel, die sich ihrer Archetypik und Fragestellung wegen auf die heutige Lebenswelt ganz ohne Hinweisschilder übertragen lässt. (Matthias Badura)
    Schwarzwälder Bote / Hohenzollerische Zeitung, 31.03.2026
  • Barbara Fumians wie aus Lamettasträngen gebauter Wald mit vorhanggleich verschiebbaren Bäumen ist der erste Hingucker dieses Abends, glitzernd wie tausend kleine Glasmännlein oder Taler. Im Wirtshaus legen der Holländermichel und seine Freunde beim Glücksspiel mehr Scheine auf den Tisch als der arme, staubige Köhler Munk je gesehen hat. Auch hier übrigens ein märchenhaft schneller und mit wenigen Requisiten wirkungsvoller Szenenwechsel, den es noch oft geben wird an diesem Abend. Bisweilen wirkt die Szenerie wie auf einem Ölgemälde oder einer vergilbten Photographie aus Gründerzeiten. Phantastisch. (…) Blicken wir auf die Darsteller. Zuallererst auf Linda Schlepps, weil man beim Blick in das Programmheft gar nicht glauben kann, dass sie nur fünf Rollen hatte, so allgegenwärtig ist sie in dieser Inszenierung, so wandlungsfähig und spielfreudig. Luca Zahn hat auch als Schauspieler Kontur gewonnen. Das gilt auch für Hannah Im Hof, die als Lisbeth, Wirtin und Bodyguard auftritt. Aber was wäre der Lindenhof ohne native speaker wie Franz Ott oder Berthold Biesinger, die als Glasarbeiter mal ihren ganzen Koffer schwäbische Nebenhin-Bruddeleien auspacken, dass es eine wahre Freude ist. Anspruch, Haltung und Populäres geschickt zu verbinden, scheint in diesen Zeiten knapper Kassen und nachlassenden Publikumszuspruchs der vorläufige Königsweg des Theaters. „Das kalte Herz“ ist ein weiterer, gelungener Beleg dafür. (Peter Ertle)
    Schwäbisches Tagblatt, 31.03.2026
  • Edith Ehrhardt hat den Stoff zu einer Bühnenfassung für fünf Schauspieler in zahllosen Rollen verdichtet. Das ist virtuos gezirkelt (etwa im flotten Wechsel der sorgsam geschneiderten Kostüme) und wunderbar präzise abgestimmt. Nur Luca Zahn bleibt der Peter, das „Sonntagskind“, wechselt dafür aber den Charakter komplett. Die Sprache springt interessant zwischen Hauffs hohem romantischen Ton, heutigem robusten Jargon und der Vielfalt rustikaler Schwaben-Dialekte. (…) Eine hinreißende Glanzrolle zeigt Linda Schlepps als zauberhaftes Glasmännlein, ein wenig zur klugen und guten Fee gestylt. Berthold Biesinger gibt dem mafiösen Widerpart Holländer(!)-Michel, einem Mephisto, einer faustischen Verführer-Figur zu Geld und Macht, viel düstere Wucht. (…)  Anrührende emotionale Dichte verleiht Hannah im Hof vor allem ihrer Lisbeth, als Liebende wie als Barmherzige.  (…) Die klare Moral dieser Märchen-Parabel – man darf sie als antikapitalistisch aktualisieren – kommt nicht gar zu holzschnitthaft in Schwarz und Weiß herüber, wird nicht allzu penetrant aufgetragen. Das spricht doch sehr für die Bearbeitung und ihre Inszenierung, aber auch für nuanciertes Schauspiel. Die simple Lehre, dass Gier nach Geld und Reichtum nicht glücklich macht, wäre schon auch älteren Kindern vermittelbar, was in die familiäre Tendenz der Lindenhof-Stücke passen würde. Aber „Das kalte Herz“ ist doch eher ein Märchen für Erwachsene. Edith Ehrhardt hat den Konflikt ringartig eingefasst und dem surrealen Alptraum so ein erwachendes Happy-End gegönnt.  (Martin Bernklau, Kritik online abrufbar: Lindenhof – Ein Herz aus Stein - Cul Tu Re)
    Cul Tu Re, 28.03.2026
  • Edith Ehrhardt adaptierte Hauffs Geschichte für die Melchinger Bühne, führte Regie und verwandelte „Das kalte Herz“ in ein so schönes wie schlichtes Stück, dem es bei aller Märchenhaftigkeit durchaus nicht an Zeitbezug fehlt. (…) Wie Peter sich in ein Ungeheuer wandelt, das spielt Luca Zahn famos: Eben ist er noch der etwas unsichere, auch ungeschickte, eitle, doch liebenswerte kleine Mann – im nächsten Augenblick schon ist sein Blick ruhig und kalt, drückt seine Haltung gefühllose Überlegenheit aus. (…) Der Dialekt, der vielen Szenen Charakter und leise Komik gibt, wird nie zu sehr aufgetragen. Zuletzt endet „Das kalte Herz“ am Theater Lindenhof zwar knapper als bei Wilhelm Hauff, aber doch in derselben Tonlage: Peter Munk wird von seiner Lisbeth (Hannah Im Hof) auf sehr angenehme Weise ins Leben zurückgeholt und weiß fortan, welche Geister man meiden sollte.  (Thomas Morawitzky).
    Reutlinger Generalanzeiger, 30.03.2026