Hochverehrtes Publikum, liebe Leut,

Sommer 2016. Betriebsausflug, Blaubeuren, Urgeschichtliches Museum. Nach dem Gang durch die Grabungsstätte am Hohlen Fels und durchs Museum führt uns Prof. Dr. Nicholas Conard  in ein Haus direkt neben dem Museum. In einem Raum sitzen ein Dutzend junger Menschen um einen großen Tisch. Sie scharren mit Pinzetten in nummerierten Schachteln, die mit unendlich vielen kleinen Fundstücken gefüllt sind. Die zwölf Menschen kommen aus acht Ländern dieser Erde. Alle Kontinente sind vertreten. Kooperatives grenz- und genre- überschreitendes Arbeiten und weltweite Vernetzung sind in der Wissenschaft eine Selbstverständlichkeit. Menschen verschiedenster Nationalitäten arbeiten an der Erforschung unserer Herkunft. Sie leisten einen wesentlichen Beitrag, dass die Höhlen der Schwäbischen Alb Weltkulturerbe werden. Ein halbes Jahr später: Weihnachtsfeier unseres Hauptsponsors gmg color.  Mitarbeiter aus der ganzen Welt versammeln sich in Tübingen. Der Geschäftsführer, durch und durch Schwabe, hält seine Ansprache auf Englisch. Kein Widerspruch, sondern eine unauffällige Selbstverständlichkeit. 

Zwei von hunderten von Beispielen, die ich anführen könnte, um deutlich zu machen, dass es, zumindest wenn wir auch in der Zukunft erfolgreich sein wollen, keine Alternative zur pluralistischen und offenen Gesellschaft gibt. Auch und gerade im ländlichen Raum. Die Mehrheit der Menschen auf dem Lande will den Weg in die Zukunft weltoffen, modern und selbstbestimmt beschreiten. Sie wollen nicht, dass ihre Heimat zu einem Rückzugsort für völkisch-national orientierte und fremdenfeindliche Dumpfköpfe wird, die an Stammtischen mit hochroten Köpfen über das vermeintliche Versagen der Politiker in den Hauptstädten wüten. Wenn aber politisch Verantwortliche, getrieben von eigenen reaktionären Ansichten, nicht in der Lage sind in ihrer Gemeinde eine konstruktive Streitkultur zum Wohle aller zu führen, die den Dialog fördert, ausgleichend eingreift und Gräben schließt, stellt sich die so genannte Provinz selbst und sprichwörtlich ins Abseits. Ohne Toleranz, Weltoffenheit, und politische Kultur verlieren wir noch mehr Lebensqualität. Investoren und junge Menschen können wir dann endgültig nicht mehr halten, geschweige denn anziehen. Arbeiten Sie mit uns daran, dass dies so nicht eintrifft!

Herzlich
Stefan Hallmayer


 

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nächste Spieltermine

Mi 29.3. 20.00 Uhr Südliche Tage
Do 30.3. 20.00 Uhr Die Windmüller
So 2.4. 15.00 Uhr In einem tiefen dunklen Wald
So 2.4. 17.30 Uhr Spielräume gestalten
So 2.4. 19.00 Uhr Pepper & Salt SENGSALABEM
Mo 3.4. 10.00 Uhr In einem tiefen dunklen Wald
Mi 5.4. 20.00 Uhr Schäufeles schwäbische Welt
Do 6.4. 20.00 Uhr Kenner trinken Württemberger
Fr 7.4. 20.00 Uhr Weiß
Sa 8.4. 20.00 Uhr Weiß

 

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