Schauspiel basierend auf dem Roman von Ernest Hemingway
Übersetzung und Bühnenfassung Luca Zahn
Ein alter Fischer hat seit 84 Tagen keinen Fisch mehr gefangen und steht am Rande der Verzweiflung – doch er gibt nicht auf. Mit eiserner Entschlossenheit tritt er ein letztes großes Abenteuer an, um einen gewaltigen Speerfisch, einen Marlin zu fangen. Was folgt, ist ein unaufhörlicher, tagelanger Kampf zwischen Mensch und Natur. Inmitten der Weite des Ozeans kämpft er nicht nur gegen den Fisch, sondern auch gegen die eigenen körperlichen Grenzen und die Einsamkeit seines Lebens.
Ernest Hemingways berühmte Erzählung „Der alte Mann und das Meer“ ist nicht nur ein Abenteuer, sondern auch eine tiefgründige Auseinandersetzung mit der menschlichen Existenz, der Bedeutung von Ausdauer und Hoffnung sowie dem Wunsch, in einer oftmals unerbittlichen Welt etwas zu erreichen, einen Wert zu haben.
Eine Co-Produktion zwischen dem Altonaer Theater und dem Theater Lindenhof Melchingen.
Es spielt: Stefan Hallmayer
Übersetzung und Bühnenfassung: Luca Zahn
Regie: Luca Zahn
Dramaturgie: Gregor Schuster
Musik & Sounddesign: Johannes Hofmann
Bühnen- & Kostümbild: Maria Martinez Peña
Fotos: Richard Becker
Aufführungsdauer: ca. 100 Minuten, ohne Pause
Rechte: By special arrangement with The Patrick and Carol Hemingway Revocable Living Trust, The Hemingway Family Trust, and Hemingway Copyrights, LLC, c/o The Gersh Agency, 41 Madison Ave. floor 29, New York, New York 10010
Premiere Hamburger Kammerspiele: 11. April 2026, Hamburg
Premiere Theater Lindenhof: 15. Mai 2026, Melchingen
Im LindenhofLive Podcast zur Produktion sprechen der Regisseur Luca Zahn und der Schauspieler Stefan Hallmayer über die Zusammenarbeit als Sohn und Vater, Hemingways Roman „Der alte Mann und das Meer“ und warum dieser Mut macht.
Pressestimmen
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„Was Stefan Hallmayer auf die Bühne bringt, ist schon einzigartig und großartig. Diesem alten Mann nimmt man die Schwere des Kampfes ab. Ein Kampf, der ihn auch emotional herausfordert: Sein Schicksal ist eng mit dem des Fisches verknüpft. „Wenn er da unten bleibt, bleibe ich auch für immer da unten“. Die Lebensgrundlage eines Fischers ist nun mal das Fangen und Töten des Fisches, auch wenn er ihn „wahren Bruder des Meeres“ nennt und ihm eine eigene Würde zugesteht. Es ist berührend, wie Hallmayer diesem inneren Zwiespalt Ausdruck verleiht“. (Reinhard Will)
Hohenzollerische Zeitung, 19.05.2026
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Ein Abend, der emotional abholt und mit der Fantasie des Publikums spielt. Stefan Hallmayer, Intendant im Lindenhof, steht vor der Rente, verabschiedet sich mit „Der alte Mann und das Meer“, spielt die einzige Rolle im Stück. Er trägt, in immer größerer Intensität, den nahezu ungekürzten Inhalt der Novelle vor. (…) Luca Zahn, Hallmayers Sohn, führte erstmals Regie, übertrug Hemingways Text neu, richtete ihn für die Bühne ein. Für seine Inszenierung hat er Hemingways Text aufgeteilt. In Passagen für auktorialen Erzähler und Passagen, in denen der alte Mann selbst spricht. Ein Spiel aus Nähe und Distanz bestimmt die Handlung. Stefan Hallmayer tritt erzählend aus ihr heraus und wieder in sie ein, um mit Seilen, mit Stangen zu hantieren, im Boot zu kauern, sich aufzubäumen. Er spricht sich selbst zu, betet, schlägt nach den Haien. Als Erzähler und Akteur wird er mehr und mehr vom Sog der Sprache, der Dramatik der schlichten Handlung mitgerissen. María Martínez Peña schuf die Bühne. Ganz zu Beginn liegt sein Boot unter schwarzglänzender Folie. Diese Folie bedeckt auch Boden und Wände. Das Boot selbst, so zeigt sich schließlich, besteht aus Mast und weiß leuchtenden Rippen. Sie verwandeln sich zuletzt in das Gerippe des großen Fisches, der von den Haien zerrissen wurde. Windmaschinen peitschen die schwarzen Planen. Stefan Hallmayer zieht sie zu sich ins Innere des Bootes, das sich um eine einzelne Verankerung im Boden dreht, zieht Bahnen des schimmernden Materials auf: Sturm oder Kampf. Und kein Land in Sicht. Das Licht wechselt, schafft Momente schwebender Ruhe. Johannes Hofmanns elektronische Musik liegt wie Dunst auf den Wogen, klärt sich, verdichtet sich. Alles beschwört Naturgewalten, eine weit größere, unfassbare Welt herauf. Die Fantasie der Zuschauer, könnte man sagen, wird bei diesem Stück mächtig ins Boot geholt. (…) Diesen fundamentalen Reiz, der sich in Hemingways letztem zu Lebzeiten veröffentlichtem fiktionalen Werk exemplarisch verdichtet, hat zweifellos auch Stefan Hallmayer gespürt, als er sich für seine letzte große Rolle entschied. So, wie er sich da abmüht, in seinem kleinen Boot, ist auch er ein alter Mann, der noch einmal kämpft. Mit einem Walfisch von Text, Gefühlsstürmen, Enttäuschung, Verzweiflung, Trotz. Über gut 100 Minuten hält er seine Leinen straff, zeigt eine bemerkenswerte schauspielerische Leistung. Er wirkt erschöpft zuletzt, fast ausgezehrt, als habe er tatsächlich einen Tag und eine Nacht auf hoher See verbracht – „Das Ufer“, sagt er, hält Ausschau, „ist weiter weg, als man dachte.“ (Thomas Morawitzky, Online abrufbar unter: Die deutsche Bühne)
Die deutsche Bühne, 16.05.2026
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Die wechselnden Lichtstimmungen und der atmosphärische unterstützende Soundtrack Johannes Hofmanns gehören zum Besten dieses Abends, das muss so sein, denn: Das hier ist arte povera, die ohne Illumination und Klang rasch ärmlich und öd statt in gutem Sinne reduziert und Plackerei statt Abenteuer und gleißend mitreißender Kraftakt würde: Eine geschlagene Stunde und vierzig Minuten kämpft ein alter Fischer mit einem Riesenfang, der da das Boot lange Zeit hinauszieht – statt das Boot ihn an Land. Eine Allegorie an das Leben, natürlich, verschiedene Akzentsetzungen, Lesearten sind möglich. Regisseur Luca Zahn interessiert besonders der Umgang des Menschen mit der Natur, der bei Heminway auch drinsteckt, neben seiner ewigen Stärke- und Siegfixierung. Am Ende gibt es teils stehende Ovationen. Sicher nicht für besonders filigrane Schauspielkunst, aber für einen Kraftakt, für einen Wal von Text, für Fischerhände, die man blutend in Erinnerung hat, obwohl kein Tropfen Blut zu sehen war, für einen Fisch, der mächtig am Haken zog, obwohl doch nur schwarze Plastikfolie dranhing. (Peter Ertle)
Schwäbisches Tagblatt, 18.05.2026
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Luca Zahn hat die Novelle zu einem Bühnensolo für seinen Vater Stefan Hallmayer bearbeitet und – auf der rauhen Alb – als archaisch einsamen Kampf auf die Bühne gebracht. Schon das Beherrschen dieser ununterbrochenen Textberge ist eine Meisterleistung von Stefan Hallmayer, die kunstvolle Gestaltung der Worte und ihre mimische Ummalung, Einrahmung, Erweiterung noch weit mehr: hochvirtuos bei allem konzentrierten Minimalismus. Da bewährt sich, in der Reife des Alters, eine schauspielerische Erfahrung über Jahrzehnte. Nur in wenigen Passagen wirkten die atemberaubenden Selbstgespräche des Alten und die Geschichten des Erzählers in der Wortwahl, im Ton, in der Diktion nicht ganz plausibel, nicht ganz authentisch, etwas steif vielleicht. Es mag am Urtext, der Übersetzung, an Unschärfen der ansonsten gut ausbalancierten Bearbeitung (Dramaturgie: Gregor Schuster) oder vielleicht auch ein wenig am Schauspieler selbst und dem Premierenfieber gelegen haben. Das tat aber dem Theater-Ereignis keinen wesentlichen Abbruch. Ein gebanntes Premierenpublikum feierte Hallmayers großartiges Solo und Luca Zahns puristisch klare Inszenierung mit langem, zu Beifallsstürmen anschwellendem Applaus. (Martin Bernklau, online abrufbar unter: Lindenhof – Ein Kämpfer, einsam - Cul Tu Re
Cul-tu-re, 16.05.2026




