Eine Begegnung im Gasthaus

Von Stefan Vögel

Chaim Eisenberg, Israeli mit deutschen Wurzeln, kommt zum wiederholten Male zum Wandern ins Schwabenland. In dasselbe Dorf, in denselben Gasthof. Doch eines fehlt ihm in der Idylle: Ein adäquater Schachpartner. Laut Gastwirt Martin kommt dafür nur einer in Frage: der Bauer Adolf. Obwohl der Name bei Chaim Skepsis auslöst, lässt er sich auf
die Schachpartie ein und Adolf entpuppt sich als kluger und schlagfertiger Partner mit Witz und Humor. Mit dem gemeinsamen Spiel, welches von Gastwirt Martin aufmerksam verfolgt wird, beginnt gleichzeitig eine Spurensuche in die Vergangenheit. Verbindet die beiden etwa mehr als die Liebe für Springer, Bauer und König?

Mit leichter, spielerischer Hand wird eine einzigartige Liebesgeschichte in den Wirren des Zweiten Weltkriegs erzählt, die bis heute wirkt und in welche die beiden Schachspieler durch ihre Vorfahren verwoben sind. Das witzige, spannungsreiche und versöhnliche Stück von Stefan Vögel wird am Theater Lindenhof uraufgeführt.

Verlag: Thomas Sessler Bühnen- und Musikverlag GmbH

Gefördert im Sonderprogramm „Gesellschaftlicher Zusammenhalt – Förderung von künstlerischen und kulturellen Projekten“ des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung  und Kunst Baden-Württemberg.

Infos


Dauer: 90 min, keine Pause; kein Nacheinlass möglich / Die Gaststätte öffnet 2 h vor Vorstellungbeginn

Premiere am 25. Oktober 2018
Es spielen: Martin Olbertz, Franz Xaver Ott, Stefan Hallmayer
Regie: Franz Xaver Ott
Kostüme: Ilona Lenk
Musikalische Einstudierung: Markus Ege
Regieassistenz: Jakob Heim

Pressestimmen

  • "Nach und nach erzählen sie einander ihre Lebensgeschichten. So weit ist das eine pfiffige Idee, liebevoll und mit reichlich Kolorit, sie hat auch ein reales Vorbild. Das Schachduell am erhöhten Ecktisch fügt sich trefflich in die Kneipenatmosphäre. Doch dann kommt es knüppeldick. Chaim hat die ganze Begegnung inszeniert. Gespielt ist das glänzend. Aber die Geschichte...nun ja, ein winziges bisschen konstruiert ist sie vielleicht schon. Aber Kneipenwirte kennen noch ganz andere biografische Verwicklungen". (Matthias Reichert, 18.11.20198)
    Schwäbisches Tagblatt
  • "Stefan Hallmayer gerät mit seinem Oberhuber in so manche argumentatorische Zwickmühle. Er spielt ihn so elegant wie rustikal, als so feurigen wie schnell beleidigten Hitzkopf, der, wenn ihm was nicht passt, schon auch mal das (unfertige) Schachspiel vom Tisch fegt oder gleich die Flucht ergreift. Aber Martin Olbertz, der seinen Chaim mit einem östlichen Akzentdeutsch versieht, steht ihm in Sachen Ausgefuchstheit und Reizbarkeit in Nichts nach. Und so entfaltet sich ein knackiger Schlagabtausch, bei dem jeder meint, er hätte den anderen intellektuell schon längst im Sack. Bis zum Schluss bleibt spannend, welche neue Wendung die Ahnenforschung noch nimmt und wer die Fäden eigentlich in der Hand hält." Kathrin Kipp, 10.11.2018
    Südwestpresse
  • "Und freilich stehen sich da mit den beiden scharfsinnig argumentierenden Schachspielern Stefan Hallmayer als Adolf Oberhuber und dem Gastschauspieler Martin Olbertz als Chaim Eisenberg zwei Großmeister des Kammerspiels gegenüber. Beide entwerfen ihre Charaktere ebenso scharf- wie tiefsinnig. Mit den Spiel beginnt der verbale Schlagabtausch. Ein Parforceritt durch die Lieblingsthemen des Bildungsbürgertums, durch Psychologie, griechische Mythologie und natürlich auch die jüngere deutsche Geschichte samt ihrer Affären um Raubkunst und Restitutionszahlungen. Dem Lindenhof ist ein fulminanter Saisonstart gelungen. Eine Inszenierung, der man noch viele Zuschauer wünscht." Erika Rapthel-Kieser, 26.10.2018
    Schwarzwälder Bote
  • "Das Publikum in der Mechlinger Gaststube mag die eine oder andere Wendung, die der österreichische Autor Stefan Vögel sich für 'Chaim und Adolf' ausgedacht hat, voraussehen, schon früh einen doppelten Boden durchschauen. Das aber macht nichts: 'Chaim und Adolf' ist ein Stück mit Witz und Schwung und sehr gelungenen Charakteren. Franz Xaver Ott als Wirt Martin, Stefan Hallmayer als Adolf und Martin Olbertz als Chaim spielen wunderbar und lebhaft die Kontrahenten - der eine fein und listig, der andere sensibel polternd, empört, mit mal gerötetem oder erblasstem Gesicht. Schnaufend vor Entrüstung und doch wieder versöhnlich sind sie beide und liefern sich herrliche Wortgefechte und schürfen wie nebenbei in der Geschichte [...]." Thomas Morawitzky,  27.10.2018
    Reutlinger Generalanzeiger