„Jung, schnell, dicht, komplex, heutig, spaßig und anspruchsvoll: Attribute, die einem einfallen, wenn man diese Inszenierung beschreiben möchte. Sie holen wirklich viel raus aus dem Stück, das sie nicht nur durch die fliegenden Rollenwechsel und dezidiert antikostümstückhaften Signalversatzstücke (wer die Haube auf hat und die rasch ins Gesicht geklatsche Bepper-Wunde, ist Adam) weit weg von jeder konventionell naturalistischen Dorfkomödie rücken, sondern auch durch das fragmentiert-abstrakte Bühnenbild (Michael S. Kraus), eine zauberhafte Schrankwand und ein Treppenpodestcarré Marke Gerüstbau. Dieses Stück schlägt eine Schneise aus Kleists Zeit ins jugendliche Hier und Heute. Im Schlussbild begegnen sich die Zeiten dann sichtbar. Vermutlich werden sich die Schüler und Schülerinnen sich das bei der Lektüre nicht so vorgestellt haben, wie sie es hier sehen: Oha, Kleist lebt!“. (Peter Ertle)