„Carola Schwelien als Regisseurin Luca Zahn, der die Fassung geschrieben hat, hat nicht nur die Variant-Version des 12. Aufzuges, also die Erstfassung der Schlusszene dem Stück vorangestellt, deckt damit die Lösung des Falles gleich zu Beginn des Spiels auf, rückt die Perspektive der Eve, des Opfers in den Vordergrund. In Melchingen stehen nur drei Personen auf der Bühne, springt die Rolle des Richters von der einen zur anderen, rotiert auch die Rolle des Gerichtsrats Walter. Alle Perspektiven scheinen letztlich gebrochen, ein regelrecht kubistischer „Krug“ entsteht, mit umwerfend komischem und erschreckendem Effekt. Michael S. Kraus hat für sie alle einfallsreiche Kostüme zwischen gestern und heute geschaffen, und Thomas Unruh mischt die Szene immer wieder mit modernen Stilcollagen auf, lässt die Spieler Kleists Zeilen singen, rappen, lässt sie zum Techno zucken. Leise zerbricht er nicht, der Krug in Melchingen. (Thomas Morawitzky)