Nach einer wahren Spionagegeschichte
Von Jeremias Heppeler

Es ist drei Uhr nachts am 18. Oktober 2011, als die Anti-Terror-Einheit GSG-9 ein Haus in Balingen stürmt und den unscheinbaren Ingenieur Andreas Anschlag verhaftet. Kurz zuvor wird in Marburg seine Frau Heidrun von einem Sondereinsatz-Kommando überrascht. Die Polizisten erwischen die Hausfrau auf frischer Tat am Kurzwellenempfänger, wo sie dabei ist, ihren vorerst letzten Funkspruch in die russische Hauptstadt Moskau abzusenden.
Wir erzählen eine Familiengeschichte, die ungewöhnlicher nicht sein könnte. Unter dem Deckmantel eines biederen, bürgerlichen Daseins hat ein in der Sowjetunion ausgebildetes Paar jahrelang Geheimnisse der EU und der NATO an Russland geliefert. Bestochene Diplomaten, gefälschte Identitäten, geheime Reisen durch Europa, tote Briefkästen, verschlüsselte Kommunikation – die Anschlags leben ein perfides Doppelleben. Völlig ahnungslos ist ihre Tochter, die davon ausgeht, dass ihre Eltern als Exil-Österreicher in Lateinamerika aufgewachsen sind.
Tauchen Sie ein in die Welt der Spionage, der gefälschten Identitäten und in ein Leben im Untergrund.
Das von Jeremias Heppeler verfasste Theaterstück erzählt die komplex-raffinierte Biografie der Anschlags, von ihrer Spionageausbildung bis zu ihrem Prozess in Stuttgart. Dabei beleuchtet das Stück auch die Perspektive der Kinder von sogenannten Illegalen. Wie geht ein junger Mensch damit um, wenn seine Welt von heute auf morgen als Kulisse enttarnt wird?
Eine Produktion in Kooperation mit dem Theater der Altstadt, Stuttgart.

Es spielen: Berthold Biesinger, Hannah Im Hof, Linda Schlepps, Carola Schwelien, Luca Zahn

REGIE Christof Küster
BÜHNE & KOSTÜME Maria Martinez Peña
PREMIERE 18. Februar 2027, Melchingen // 5. März 2027, Stuttgart