Ein Handwerker-Stück
von Franz Xaver Ott
nach einer Anregung von Wolfgang Schnitzer

Es sind die Handwerker, die den Takt vorgeben, bei diesem besonderen Bühnenerlebnis. Für das Theaterprojekt steht die ehemalige Fabrikhalle der Pausa wieder voll unter Dampf, pulsiert im Rhythmus der Arbeit und wird mit Bildern, Leben und Geschichten gefüllt. In der über 100 Meter langen Bogenhalle, die früher der Veredelung von Druckstoffen diente, bereitet das Theater Lindenhof Handwerkerinnen und Handwerkern eine Bühne und stellt sie und ihr Können in den Mittelpunkt: Textilmustergestalterin, Zimmermann, Bäcker, Schlosser, Friseurin, Schreinerin, Maschinenmechaniker und Orthopädie-Schuhmacher nehmen zusammen mit dem Lindenhof-Ensemble, zahlreichen Amateur*innen das Publikum mit auf biografische Reisen in ihre Kunst, ihren Beruf und ihr Werk. Im Zusammenwirken von Menschen und Maschinen, Theater und Handwerk, Licht, Raum und Sound entsteht ein Bühnenstück, das unterhaltsam, erhellend und verblüffend die Kunst des Handwerks und dessen Bedeutung für unser Zusammenleben wie auch für unsere gesellschaftliche Wirklichkeit zur Geltung bringt.

Das neue Melchinger Theaterprojekt in der Pausa-Bogenhalle in Mössingen versammelt rund 40 Mitwirkende: Handwerker*innen, vielfältig erprobte Amateur*innen aus Mössingen und der Umgebung und das Lindenhof-Ensemble.

>>Flyer Vom Glück der Tätigen

Regie: Johannes Schleker
Bühne-Licht-Projektion: Ingo Bracke, Finn Bühr (Mitarbeit)
Kostüme: Katharina Müller
Sound: Finn Bühr, Ingo Bracke (Mitarbeit)
Einstudierung Chor: Klaus Rother
Dramaturgie: Franz Xaver Ott
Produktionsleitung: Alexander Frey
Kostümassistenz: Marcia Geisler
Drei Kostüme entstanden im Rahmen einer Kooperation mit der Fakultät Textil der Hochschule Reutlingen. Studierende des Schwerpunkts Textildesign im Studiengang Fashion & Textile Design des Texoversum entwarfen und konzipierten die Kostüme von: Gabriel Parzefall (Schlosser), Leonie Spitzer (Textilmustergestalterin) und Alexandra Valavanis (Phiolosoph)
Regieassistenz: Beate Duvenhorst
Regiehospitanz: Kinrandeep Lena Heer

Es spielen: 

Kultur –  Hannah im Hof
Handwerk – Berthold Biesinger
Soziologie – Linda Schlepps
Philosophie – Luca Zahn

Handwerker*innen:

Textilmustergestalterin – Beate Timm
Maschinenmechaniker, Orthopädie-Schumacher, Schauspieler – Berthold Biesinger
Zimmermann – Julian Letsche
Bäcker – Gottlob Munz
Friseurin  – Elke Krohn
Schlosser – Thomas Schelling
Schreinerin – Christiane Gersdorf

Arbeiter*innen in verschiedenen Szenen und Funktionen:
Tine Abel, Leonard Beyer, Petra Breunig, Uschi Bürkert, Ute Doll- Schneider, Dieter Fauser, Annette Feller, Vanessa Geillinger, Barbara Gerhold, Kathrin Goldbeck, Waltraud Goller-Bertram, Klaus Grünwald, Friederike Hohloch, Ralf Hübner, Josefa Kessler, Michael Mautner, Margit Neidhart-Hübner, Andrea Peiffer, Wolfgang Pusch, Katja Ringger, Beatrix Rippmann-Kölbel, Adelheid Schmozer-Sindram, Elisabeth Schneidhofer, Marianne Sigel, Andrea Rosa Simma, Eva Steinhilber, Mavie Streck, Ulla Streicher, Karin Theil, Klaus Theil, Jürgen Wassermann

Premiere: 17. Juli 2026, 19:30 Uhr
Weitere Spieltermine: So. 19. Juli, 18:00 Uhr (wg. Fußball), Fr. 24. Juli, Sa. 25. Juli, So. 26. Juli jeweils 19:30 Uhr. Weitere Termine sind im Sept. & Okt. geplant.

Ort: Pausa-Bogenhalle, Löwensteinplatz 1, im Pausa-Quartier, 72116 Mössingen

Abendkasse: Die Abendkasse hat eine Stunde vor Vorstellungsbeginn geöffnet und ist mobil erreichbar unter: Tel. 0177 888 28 62 

Anfahrt & Parken:
Von Tübingen:  Bus 7613, Haltestelle Jakob-Stotz-Platz, Mössingen, Ca. 400 m Fußweg (ca. 6 Min.)
Vom Bahnhof Mössingen: Ca. 800 m Fußweg (ca. 12 Min.)

Direkt an der Bogenhalle gibt es KEINE PARKPLÄTZE. Bitte parken Sie am Jakob-Stotz-Platz oder am Schulzentrum.

Gastronomie: 

In der Pausa-Bogenhalle bietet das Jugendforum Steinlach vor der Vorstellung Getränke an. Bitte beachten Sie, dass auf der Tribüne keine Glasflaschen erlaubt sind.

Nebenan befindet sich das Café Pausa. Es hat gewöhnlich bis 19:00 Uhr geöffnet, außer am Sa. 18.07. und am Sa. 25.07. (dann jeweils nur bis 17:00 Uhr).

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Stadt Mössingen.

Gefördert von der Baden-Württemberg Stiftung,       

realisiert aus Mitteln des THEATERPREIS DES BUNDES.

Podcast

Im Podcast Lindenhof-Live geben der Autor Franz Xaver Ott und der Regisseur Johannes Schleker Einblicke in das große Theaterprojekt:

Pressestimmen

  • Was so vorgeführt wird sind kaum bekannte Techniken, Verarbeitungskniffe, Arbeitsorganisationen, aber auch vergangene Arbeits- und Lebenswelten, Menschen aus der Mitte der Gesellschaft, Leute, die sonst nie auf der Bühne und auch nur selten im Publikum anzutreffen sind. (…) Lebenswege, immer interessant, schöne Portraits, im Prinzip Lokaljournalismus auf der Bühne. Aber was macht es zum Theater? Hier kommt Regisseur Johannes Schleker ins Spiel, der zum Beispiel die einzelnen Handwerkswagen als ineinandergreifende Räder und damit als Arbeitsweltmetapher sehenswert choreographiert, manchmal erinnern diese Wagen auch an die Love-Parade oder den Einzug römischer Gladiatoren. So werden Selbstbewusstsein und das gesellschaftlich Verbindende betont. Als Schattenspiel im Hintergrund wird das emsige Schaffen oft noch verdoppelt, in Form von Projektionen auf abstrahierte Weise verfremdet. (…) Pausa-Inszenierungen sind von ihrer gesellschaftlichen Programmatik wie der Forderung dieses riesigen Raums her schon immer bewegte Massenspektakel. Das können sie in Melchingen. (Peter Ertle)
    Schwäbisches Tagblatt, 21.07.26
  • Mit philosophischen Allegorien und werktätigen Expertinnen des Alltags feiern Franz Xaver Ott und Johannes Schleker den goldenen Boden des Handwerks. Und lassen die Utopie einer glücklichen Gesellschaft aufscheinen. Zusammen mit den Darstellenden entwickeln sich spektakuläre Dimensionen durch die gut 100 Meter Bühnentiefe: winzige Figuren im Hintergrund kontrastieren mit den Spielenden direkt vor der ersten Publikumsreihe. An der Rückwand vollzieht ein Schattentheater aus Geräten und Menschen das Spiel mit den Dimensionen mit. Lichtmuster flackern über Decke, Wände und Boden und flirren auf den drei weißen Vorhängen, die die Halle in durchlässige Ebenen gliedern. Die Handwerkenden spielen, als ob sie nie etwas anderes getan hätten: erzählen flüssig, setzen die Pointen perfekt, packen das Publikum an durch Präsenz. Sie bilden zudem den Chor, der mit seinem chorischen Sprechen den Takt des Handwerks zitiert. Das Lindenhof-Ensemble mit Hannah im Hof, Berthold Biesinger, Linda Schlepps und Luca Zahn übernimmt die Allegorien. Ein Schlagabtausch abstrakter Gedanken, den die Vier leicht und im knalligen Tempo darbieten. Sie sind aber auch Assistenten der Handwerkenden: als Gesprächspartner und als Helfer bei der Produktion. Denn die rund 40 Schauspieler*innen errichten während des Stückes ein Konstrukt: Jedes einzelne Gewerk leistet seinen Beitrag zu einer Art Arche, die der Träger dieser glücklichen Gesellschaft wird. (...) was dem Theater Lindenhof hier gelingt, ist Theater, das verbindet. Das mit dem Publikum gemeinsam spielt. Das durch außergewöhnliche Themen den Dialog mit der Gesellschaft aufnimmt. Und bei dem letztendlich gut 40 Menschen etwas in die Welt bringen. (Susanne Greiner) Online abrufbar: nachtkritik.de
    nachtkritik, 17.07.2026
  • In der Pausa wird ein Zopf gebacken, wird gehobelt, montiert der Zimmermann einen Stützbalken, zieht der Geruch von Schweißerarbeiten ins Publikum. Die größte Stärke der Inszenierung ist die Bogenhalle der Pausa, die hier in ihrer ganzen Tiefe bespielt wird. Ingo Bracke hat sie gestaltet, unter Mitarbeit von Finn Bühr, der seinerseits das diskrete Sounddesign schuf. Die Bogenhalle, einst Produktionsstätte einer Textildruckfirma, wird von Stoffbahnen unterteilt, Projektionen verwandeln sie, Gestelle kreisen in ihr.  Jeder der Handwerker, die im Stück auftreten, wird in seiner eigenen Arbeitswelt gezeigt. (…)  Mit seiner Mischung aus Doku- und Diskurstheater trifft der Lindenhof einen Nerv, weckt eine Sehnsucht, stellt Menschen ins Licht, die fast vergessen wurden im Gewusel der digitalen Fachkräfte und Geschäftsleute, das die Gegenwart beherrscht. (Thomas Morawitzky)
    Reutlinger Generalanzeiger, 20.07.2026