Was so vorgeführt wird sind kaum bekannte Techniken, Verarbeitungskniffe, Arbeitsorganisationen, aber auch vergangene Arbeits- und Lebenswelten, Menschen aus der Mitte der Gesellschaft, Leute, die sonst nie auf der Bühne und auch nur selten im Publikum anzutreffen sind. (…) Lebenswege, immer interessant, schöne Portraits, im Prinzip Lokaljournalismus auf der Bühne. Aber was macht es zum Theater? Hier kommt Regisseur Johannes Schleker ins Spiel, der zum Beispiel die einzelnen Handwerkswagen als ineinandergreifende Räder und damit als Arbeitsweltmetapher sehenswert choreographiert, manchmal erinnern diese Wagen auch an die Love-Parade oder den Einzug römischer Gladiatoren. So werden Selbstbewusstsein und das gesellschaftlich Verbindende betont. Als Schattenspiel im Hintergrund wird das emsige Schaffen oft noch verdoppelt, in Form von Projektionen auf abstrahierte Weise verfremdet. (…) Pausa-Inszenierungen sind von ihrer gesellschaftlichen Programmatik wie der Forderung dieses riesigen Raums her schon immer bewegte Massenspektakel. Das können sie in Melchingen. (Peter Ertle)