Die wechselnden Lichtstimmungen und der atmosphärische unterstützende Soundtrack Johannes Hofmanns gehören zum Besten dieses Abends, das muss so sein, denn: Das hier ist arte povera, die ohne Illumination und Klang rasch ärmlich und öd statt in gutem Sinne reduziert und Plackerei statt Abenteuer und gleißend mitreißender Kraftakt würde: Eine geschlagene Stunde und vierzig Minuten kämpft ein alter Fischer mit einem Riesenfang, der da das Boot lange Zeit hinauszieht – statt das Boot ihn an Land. Eine Allegorie an das Leben, natürlich, verschiedene Akzentsetzungen, Lesearten sind möglich. Regisseur Luca Zahn interessiert besonders der Umgang des Menschen mit der Natur, der bei Heminway auch drinsteckt, neben seiner ewigen Stärke- und Siegfixierung. Am Ende gibt es teils stehende Ovationen. Sicher nicht für besonders filigrane Schauspielkunst, aber für einen Kraftakt, für einen Wal von Text, für Fischerhände, die man blutend in Erinnerung hat, obwohl kein Tropfen Blut zu sehen war, für einen Fisch, der mächtig am Haken zog, obwohl doch nur schwarze Plastikfolie dranhing. (Peter Ertle)