Luca Zahn hat die Novelle zu einem Bühnensolo für seinen Vater Stefan Hallmayer bearbeitet und – auf der rauhen Alb – als archaisch einsamen Kampf auf die Bühne gebracht. Schon das Beherrschen dieser ununterbrochenen Textberge ist eine Meisterleistung von Stefan Hallmayer, die kunstvolle Gestaltung der Worte und ihre mimische Ummalung, Einrahmung, Erweiterung noch weit mehr: hochvirtuos bei allem konzentrierten Minimalismus. Da bewährt sich, in der Reife des Alters, eine schauspielerische Erfahrung über Jahrzehnte. Nur in wenigen Passagen wirkten die atemberaubenden Selbstgespräche des Alten und die Geschichten des Erzählers in der Wortwahl, im Ton, in der Diktion nicht ganz plausibel, nicht ganz authentisch, etwas steif vielleicht. Es mag am Urtext, der Übersetzung, an Unschärfen der ansonsten gut ausbalancierten Bearbeitung (Dramaturgie: Gregor Schuster) oder vielleicht auch ein wenig am Schauspieler selbst und dem Premierenfieber gelegen haben. Das tat aber dem Theater-Ereignis keinen wesentlichen Abbruch. Ein gebanntes Premierenpublikum feierte Hallmayers großartiges Solo und Luca Zahns puristisch klare Inszenierung mit langem, zu Beifallsstürmen anschwellendem Applaus. (Martin Bernklau, online abrufbar unter: Lindenhof – Ein Kämpfer, einsam – Cul Tu Re